Anti-G Anzug
Der Anzug für Kampfpiloten

Anti G Anzug

autor: Adam Kliczek / Wikipedia , license: CC-BY-SA-3.0

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs verwenden Piloten Anti-g-Anzüge beim Flug von Düsenjets oder auch Motorflugzeugen in der militärischen sowie zivilen Luftfahrt, wie etwa beim professionellen Kunstflug. Teilweise werden Kampfpiloten bei einigen Flugmanövern über mehrere Sekunden g-Kräften von über 10g ausgesetzt, was dem zehnfachen des eigenen Körpergewichts entspricht. Durch hohe g-Kräfte beginnt das Blut in die unteren Regionen des Körpers abzusinken.

Zum Vergleich treten bei Achterbahnen meist Kräfte von 4g auf, wobei es ab 2-3g bereits zu einer Einengung des Gesichtsfeldes kommen kann und bei einer längeren Belastung einer untrainierten Person ab g-Kräften von 5-6g die Möglichkeit des Eintritts der Bewusstlosigkeit besteht. Durch ein besonderes Training ist es möglich, die eintretenden Effekte bei hoher g-Belastung zu verzögern oder komplett zu unterdrücken. Dies erfolgt meist durch Pressatmung oder die gezielte Anspannung der Muskeln.

Ein Anti-g-Anzug soll das Absacken des Blutes und die damit einhergehenden körperlichen Beeinträchtigungen verhindern. Dabei wird Druck auf die Gefäße, insbesondere die unteren Regionen des Körpers ausgeübt. Der durch den Anzug erzeugte Druck variiert und ist abhängig von der in dem Moment vorherrschenden g-Belastung.

Wie g-Kräfte wirken können wird sehr anschaulich in diesem Video gezeigt in welchem mehrere Personen beim ihren ersten Training im g-Kräfte-Simulator zu sehen sind.

Die Arbeitsbekleidung der Kunst- und Kampfpiloten

Grundsätzlich wird zwischen zwei verschiedenen Systemen unterschieden:
Pressluftbetriebene Systeme leiten Druckluft in Hohlräume innerhalb des Anzuges, die zumeist von der Klimaanlage des Flugzeugs abgezapft oder durch ein selbstständiges System zugeleitet wird. Ein Nachteil ist jedoch das verzögerte Eintreten des Druckaufbaus, wodurch ein pneumatischer Anti-g-Anzug seine optimale Wirkung erst zeitverzögert entfalten kann. Mit Pressluft betriebene Anti-g-Hosen, die auf Bauch und Beine wirken, gehören zu den am häufigsten verwendeten Systemen. Zusätzlich können sie auch mit entsprechenden Westen oder Socken kombiniert werden. Bekannte Beispiele für kombinierte Pressluftsysteme sind die Anti-g-Bekleidung im britischen, spanischen und italienischen Eurofighter Typhoon oder auch die in amerikanischen Kampfjets vom Typ F-15 oder F-16 verwendeten Anti-g-Anzüge.

Du kannst selbst aussehen wie ein echte Kampfpilot mit dem Pilotenkostüm Top Gun.

Bei flüssigkeitsgefüllten Anti-g-Systemen wird mit dem Wasserdruck des Anzugs, ein Gegendruck zur vorhandenen g-Belastung erzeugt. So verwenden österreichische und deutsche Piloten im Eurofighter Typhoon den flüssigkeitsgefüllten Ganzkörperanzug “Libelle”. Ein weiteres prominentes Beispiel ist der G-Race Suit, der von den Kunstpiloten der Red Bull Air Race World Championship getragen wird.

 
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